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Die durch S&P für die Case-Shiller-Hauspreisindizes publizierten Daten für Februar 2010 zeigten, dass sich die Rückgänge der Preise an den US-Häusermärkten auf Jahresbasis sowohl für die 10 als auch für die 20 größten Metropolen im Februar ggb. Januar verbesserten. Zum ersten Mal seit Dezember 2006 war die jährliche Veränderungsrate für beide Indizes wieder in positivem Terrain. Der Index für die 10 größten Metropolen kletterte um 1,4%, der für die 20 größten um 0,6% ggb. demselben Zeitraum des Vorjahrs. 11 von 20 Metropolen erlebten Preisrückgänge auf Jahresbasis. Die meisten Experten gehen von einem Double-dip an den Häusermärkten aus, der bereits begonnen habe.

Jährliche Zuwachsrate der S&P Case/Shiller Hauspreisindizes – Quelle: S&P

Abbildung 1 aus den S&P Case/Shiller Daten zeigt die jährliche Zuwachsrate für die Hauspreisindizes der 10 und 20 größten Metropolen, die eine Zunahme von 1,4% bzw. 0,6% im Februar 2010 aufwiesen, verglichen mit demselben Monat des Vorjahrs. 18 der 20 größten urbanen Regionen wiesen auf Jahresbasis eine Verbesserung in Bezug auf die Preisentwicklung auf, wenn man die Daten in Vergleich setzt mit den gemeldeten Zahlen aus dem Monat Januar 2010; die Regionalmärkte Dallas und Portland bildeten hier allerdings Ausnahmen.

„Seit vergangenem November konnte jeder monatliche Bericht Preiszugewinne an den Häusermärkten ausweisen, da nun weniger urbane Regionen – entgegen der Situation im letzten Monat – Rückgänge im Jahresvergleich aufwiesen. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Preise in sechs Metropolen auf dem niedrigsten Preisniveau notieren, seitdem das lokale Preishoch vor drei bis vier Jahren erreicht wurde. Die vorgestern gemeldeten Daten weisen auf das Risiko hin, dass die Immobilienpreise weiter fallen könnten, bevor es irgendwann wieder zu nachhaltigen Gewinnen kommt. Während die Daten im Jahresvergleich für 18 von 20 Metropolen wie auch die beiden unterliegenden Indizes sich zuletzt weiter verbesserten, zeigt die momentane Entwicklung, dass das Abwärtstempo heute weniger dramatisch ist, als noch vor einem Jahr. Es ist heute jedoch noch zu früh, um definitiv sagen zu können, dass sich der nationale Häusermarkt erholt“, sagte David M. Blitzer, Vorsitzender des Indexkomitees bei Standard & Poor’s.

„19 der 20 Metropolen wie auch die beiden unterliegenden Indizes sanken im Februar stärker als im Januar. Wie beide Indizes zeigen, sind die Preise in insgesamt 14 der 20 Metropolen erneut in mindestens vier aufeinander folgenden Monaten gesunken. Zusätzlich erreichte die Preisentwicklung im Monat Februar in mindestens sechs Metropolen neue Tiefstände – dazu gehören Charlotte, Las Vegas, New York, Portland, Seattle und Tampa. Damit sind die Zahlen auf Jahresbasis mit einiger Vorsicht zu genießen. Während 14 Metropolen wie auch die beiden unterliegenden Indizes sich gegenüber ihrer im Frühjahr 2009 erreichten Tiefstwerte verbesserten, scheinen die Märkte insgesamt jedoch alles andere als über den Berg zu sein.“

Quelle: S&P

Abbildung 2 zeigt die Indexniveaus für die beiden 10- und 20-Metropolen-Hauspreisindizes. Seit Februar 2010 befinden sich die durchschnittlichen Immobilienpreise in den Vereinigten Staaten auf ähnlichen Niveaus wie im Spätsommer/Herbst des Jahres 2003. Von ihrem erreichten Preishoch im Juni/Juli 2006 bis zu ihrem bislang gemessenen Tiefstwert im April 2009, sank der Hauspreisindex für die Messung der Preise in den 10 größten Metropolen um insgesamt 33,5%. Derjenige für die 20 größten Metropolen des Landes fiel um insgesamt 32,6%. Die Zahlen vom erreichten Hoch bis zum Februar 2010 messen einen Rückgang in Höhe von 30,7% bzw. 30,3%.

Anm.: So weit so gut. Die Leser wollen bitte auch den folgenden Schnipsel aus einer Analyse zur weiteren Entwicklung an den US-Immobilienmärkten von csmonitor.com beachten. Dort heißt es:

Rebound an den Häusermärkten ist beendet

Der Rebound in Bezug auf die Entwicklung der Häuserpreise ist beendet, nachdem die Preise für private Immobilien erneut fallen, so dass die Bedrohung eines zweiten Abschwungs beginnt, Formen anzunehmen. Der jüngste Beweis rührt her von den allseits beobachteten S&P/Case-Shiller Hauspreisindizes, die am Dienstag darüber berichteten, dass der 20-Metropolen-Hauspreisindex zwischen Januar und Februar 2010 um fast 1% fiel, somit der fünfte monatliche Rückgang in Folge und das niedrigste Niveau seit Juni 2009. Von den Preisen der 20 größten Regionen, die ebenfalls in einem eigenen Index gemessen werden, waren im Februar 19 rückläufig. Der jüngste Bericht untermauert die in der Vorwoche gemeldeten Daten der Federal Housing Finance Agency (FHFA), die ebenfalls Darauf hinwiesen, dass die Häuserpreise im Februar sanken und in den letzten 12 Monaten insgesamt 3,4% an Wert einbüßten. Konträr zu dieser Entwicklung zeigt der Case-Shiller-Bericht einen Zugewinn auf Jahresbasis in den 10 und 20 größten Metropolen des Landes. Dies ist allerdings eine Reflexion der Dinge, die vor einem Jahr geschahen und nicht, was momentan passiert. Das führte Paul Dales, Ökonom bei Capital Economics in Toronto, im Rahmen seiner Jahresanalyse aus. Der lang erwartete Double-dip bei der Preisentwicklung habe bereits begonnen. Die Nachfrage könne an den Märkten durch die Spätauswirkungen des durch die Regierung gewährten Steuerkredits für Immobilienkäufer noch gut für einige Monate gestützt werden. Danach gehe man jedoch davon aus, dass die Preise um erneut mindestens 5% sinken würden bis zum Jahresende. Die meisten Regionen in den USA schienen sich an der eingeschlagenen Entwicklung in Chicago zu orientieren, die in den vergangenen fünf Monaten 7,2% an Einbußen der Häuserwerte ausweisen musste – dies sei der schnellste fünfmonatige Rückgang seit Mai vergangenen Jahres.